Web-Revolution und Wandel. Gestern war das Web statisch, morgen wird es dynamisch sein.
Man spricht vom Web 3.0, aber was genau ist das eigentlich? Wie sieht das Web von morgen aus? In diesem kurzen Artikel beleuchten wir das Konzept, das derzeit das Web überflutet.

Web 3.0: Zurück zu den Ursprüngen
Bevor wir uns diesem Konzept widmen, werfen wir einen Blick auf die bisherigen Entwicklungen.
Internet vs. Web
Beginnen wir mit dem Unterschied zwischen Internet und Web. Ersteres ist ein weltweites Netzwerk von Computern, die Daten austauschen können, während das Web die Verknüpfungen und Inhaltsseiten bezeichnet.
Web 1.0
Das Web 1.0 entstand Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre und war die erste Version des Internets. Man spricht vom sogenannten statischen Internet. Man entdeckte Internetseiten, die von wenigen Nutzern erstellt wurden. Es war eine Zeit, in der Suchmaschinen noch in den Kinderschuhen steckten. Wir befanden uns in einer rein konsumorientierten Phase.
Web 2.0
Dann kamen die 2000er Jahre und mit ihnen das Web 2.0 ! Plötzlich konnten wir interagieren, selbst aktiv werden, und die Gemeinschaft der Internetnutzer war bereits stark gewachsen. Wir befanden uns nun in einer partizipativen Phase.
Jeder konnte seine eigene Identität im Netz erschaffen. Jeder wurde zum Akteur im World Wide Web mit der Möglichkeit, Blogs und Websites zu betreiben. Es war die Geburtsstunde der sozialen Medien und der GAFAM-Konzerne, die sich von unseren Daten ernähren. In diesem Stadium sind wir von Plattformen abhängig.
Die Geburtsstunde des Web 3.0
Web 3.0 ist in den Medien und im Internet allgegenwärtig. Es ist kaum zu übersehen, und es sorgt für reichlich Gesprächsstoff – warum eigentlich? Was genau ist Web 3.0? Dabei ist der Begriff gar nicht so neu.
Obwohl es keine einheitliche Definition gibt, wollen wir versuchen, das Konzept näher zu beleuchten.
Bezeichnung
Zunächst sei angemerkt, dass der Begriff unter folgenden Bezeichnungen auftauchen kann:
- Web3
- „Dezentrales Web“
- Anwendung 3.0
- Lösung 3.0

Erkennungsmerkmale
- Unabhängig und universell. Es ist auf allen Geräten nutzbar: mobilfreundlich
- Integrierte Benutzeroberfläche
- Dezentral und blockchainbasiert (ermöglicht die Authentifizierung von Inhalten sowie Zertifizierungen)
- Online zugängliche Softwareanwendung: Cloud Computing
Im Detail
Zielgerichtete Inhalte
- Web 3.0 soll durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz zur intelligenteren Version des Internets werden, da die Ergebnisse von Suchmaschinen deutlich präziser (semantisches Web) und zielgerichteter werden. Die Werbung wird relevanter: Das Internet wird die bereitgestellten Informationen individuell an jeden Nutzer anpassen.
- Das Netzwerk wird für alle zugänglich sein, dank der Vernetzung intelligenter Geräte und offener Plattformen, die jedem offenstehen. Die Navigation dürfte effizienter werden.
Datenfälschung wird deutlich erschwert
Nutzer sollen die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zurückerhalten, die bisher in den Händen kommerzieller Organisationen lagen. Der Nutzer wird zum Souverän über seine eigenen Daten. Man spricht von „Self-Sovereign Identity“. Das Individuum steht im Mittelpunkt des digitalen Erlebnisses.
Technologische Entwicklung
- Das 3D-Web wird die Grenzen zwischen digitalen Inhalten und der realen Welt aufheben.
- Wir werden einen Anstieg der Augmented Reality erleben; das 5G-Netz und das Internet der Dinge werden fortan fester Bestandteil des Web 3.0 sein.
Das Web 3.0 bedeutet auch:
- Die Kontrolle von Kommentaren und Bewertungen wird auf einer dezentralen Plattform schwieriger, da die Anonymität zunimmt; im Gegenzug wird das Zensurrisiko verringert.
- Wir werden in Echtzeit „geolokalisiert“ sein: Vorteil oder Nachteil?
- Das Web 3.0 ist noch nicht fertig entwickelt; es gibt weiterhin Lücken bei der Datenspeicherung und der Rechenleistung.
Ist das Web 3.0 eine neue Version des Internets oder nur ein Modewort? Sicher ist, dass die digitale Welt noch lange nicht am Ende ihrer Revolution angelangt ist. Das Web durchläuft und wird weiterhin Metamorphosen durchlaufen, die für reichlich Gesprächsstoff sorgen werden.

